Röntgenlauf, 63,3k, 6:33:08 (netto) = 6,12 Min / Km
27. M 40 von 57, 102. M von 306, Gesamt 109. von 384
Vor gerade einmal zwei Jahren bin ich in Remscheid meinen ersten Ultra gelaufen. Jetzt stehe ich hier zum dritten Mal am Start und denke mir: Sind ja nur 63km, ist ja nicht so weit. So verschieben sich die Realitäten.
Das fängt ja gut an: Als ich meine Startnummer ausgändigt bekam, lese ich auf dem Umschlag über meinem Namen meine Nummer vom Championschip. Ach, man braucht hier ja den Chip! Der liegt natürlich zu Hause. Ganz unkompliziert erhalte ich am Trouble Desk einen neuen. Auch, dass ich die 30 Euro nicht dabei habe, macht nichts. Ich soll einfach nach dem Lauf 5 Euro Leihgebühr vorbeibringen. Das hat ja klasse geklappt.
Jetzt muss ich das Ding also nur noch laufen. Meine Beine fühlen sich schon wieder ganz gut an, nach dem Hunderter von Dienstag/Mittwoch. Das Startfeld ist natürlich wieder pickepackevoll mit Halmarathonläufern gefüllt. Immer das gleiche hier, auf dem ersten Drittel brauchst du Geduld. So passt es auch, dass 500m nach dem Start oben am Berg der erste Stau entsteht. Irgendwie wurde hier wohl die Strecke geändert, so dass hier schon die Gitter für den Rückweg aus Lennep aufgebaut wurden.
Mir egal, ich habs nicht eilig. Ich lasse mich von der Läufermasse durch Lennep mitziehen. Als wir später durch die Felder laufen, ist das Läuferfeld schon weit auseinandergezogen. Es wird langsamer angenehmer. Dafür ist jetzt die Sonne weg und wir werden das erste Mal nass heute. Macht auch nichts, denn kalt ist es nicht. Eigentlich ideales Laufwetter. Nach 10km laufen wir über die Autobahnbrücke. Hm, heute kann ich nicht so gut runter auf die Autobahn gucken, ist mir irgendwie zu hoch. Kurz danach an der Verpflegung brüllen die Hektiker von hinten: Nicht stehenblaiben, weiterlaufen! - Klar, wer über eine Stunde für 10km auf Halbmarathondistanz braucht, der muss am Verpflegungsstand Zeit gut machen. 300m später laufe ich an diesen Läufern wieder vorbei...
Ich bleibe einfach weiter geduldig und laufe meinen Stiefel runter. Kurz vor dem Halbmarathonziel, am sogenannten Proseccoberg - diesmal gabs aber keinen Prosecco! - müssen wieder alle gehen. Ich reihe mich in den Gänsemarsch ein, verstehen kann ich das aber immer noch nicht, wieso hier immer gegangen werden muss. Oben ruft zum Glück einer: Vorne Marsch! als ich gerade rufen wollte, ob das hier eine Laufveranstaltung oder ein Geherwettbewerb sei. Jedenfalls wurde dann wieder gelaufen.
Jetzt bin ich schon zum dritten Mal beim Ultra dabei und zudem einmal den Marathon gelaufen und trotzdem bin ich irritiert, als ich zum Halbmarathonziel komme. Muss ich auch durch den Zielbogen laufen? Wir müssen doch irgendwo rechts ab? Ich laufe auf der Zielgeraden 50m zurück, bis mir der nächste entgegenkommt. Dann weiß ich, dass ich doch durch den Strumpfbogen durch muss. Kann einem ja auch mal einer sagen... weia.
Natürlich fängt jetzt wieder alles an zu zwicken: Fuß, Knie, Achilles... wird alles ignoriert. Aber ich sollte vielleicht mal mehr trinken. Bis jetzt habe ich mir immer nur einen Becher Wasser genommen. Ok, dann ab jetzt einen Becher Wasser und einen Tee. Vielleicht noch ein Stück Banane dazu. Das zweite Teilstück führt weitenteils durch den Wald. herrlich, wie man hier durch das frisch gefallene Laub schlurfen kann. Schloss Burg habe ich schon wieder nicht gesehen. Dafür bemerke ich jedes Mal die Müngstener Brücke, diesmal als Baustelle. Vor vier Wochen bin ich noch beim Wupperbergemarathon auf der anderen Wupperseite unter der Brücke durchgelaufen.
Ich komme gut durch, ab km 30 verläuft die Strecke ständig leicht hoch und runter. Merkt man aber kaum. Bis ich unten im Eschbachtal ankomme. Von hier zieht es sich immer bis ins Marathonziel. Heute auch, obwohl: nicht so sehr wie letztes Jahr. Nach gut 4:15 Stunden komme ich dann im Marathonziel an. Ich bin ja eigentlich recht fix unterwegs. Und bis auf die Tatsache, dass immer noch alles zwickt, geht es mir auch noch ganz gut. Die Treppen hoch zur Eschbachtalsperre laufe ich trotzdem nicht. Nach der Talsperre gehts nochmal anständig hoch und oben dann aus dem Wald raus. Nochmal kurz verpflegen und dann schnell durchs Industriegebiet rennen. Die Kuhweide danach ist diesmal schön matschig. Ich schaue auf die Uhr, merke dass ich wohl so schnell wie noch nie beim Röntgenlauf die 50km Marke erreichen werde. nach 5:07 Stunden bin ich dort. Allerdings liegt diesmal keine Zeitmessmatte aus. Auf diesem Stück fehlt mir eine Verpflegung. Ich bekomme Durst, laufe aber ohne Rucksack, habe also nichts dabei. Als ich dann endlich an der Verpflegung ankomme, merke ich schon, dass ich diese Woche ein paar Kilometer mehr als sonst in den Beinen habe. Den anschließenden Berg wandere ich dann auch hoch. Nun gehts Richtung Wuppertalsperre weiter. Jetzt kommt die Verpflegung etwas früh. Egal, ich nehme von der angebotenen Brühe, die hilft immer habe ich gelernt.
Der Weg um die Talsperre herum ist eigentlich auch ganz schön, wenn man von der Gegengeraden, wo man auf der Straße läuft, absieht. Jetzt noch den Schlussansteig hochlaufen? Auf der Hälfte lass ich es sein, wofür denn auch? Wird eh Bestzeit werden. Und so war es dann auch: Dritte Teilnahme, zum zweiten Mal verbessert. Ich sag ja: zur Zeit läufts ganz gut!
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Sonntag, 27. Oktober 2013
Sonntag, 28. Oktober 2012
XII. Röntgenlauf 2012
Röntgenlauf, 63,3k, 6:42:22 (netto) = 6,21 Min / Km
16. M 35 von 31, 122. M von 305, Gesamt 134. von 364
Schon zum vierten Mal in Folge war ich nun in Remscheid Lennep, doch so kalt wie heute war es hier noch nie. Raureifbedeckte Wiesen und Nebel sorgten am Start für eine winterliche Stimmung. Ein schönes Bild, als kurz vorm Start die Sonne zeitweilig durch die Wolken brach.
Eigentlich hatte ich mir hier was vorgenommen, aber dem Bauch gings heute gar nicht gut. Was Falsches gegessen oder ein Virus? Wie auch immer, ich wollte auf jeden Fall durchkommen, andere Ziele traten nun ganz klar in den Hintergrund.
Trotzdem ging es recht flott los. Wie immer liefen wir erstmal eine Runde durch Lennep, vorbei am Röntgenmuseum. Doch schon hier am langgezogenen Anstieg merkte ich, dass es heute schwer werden würde. Mein Puls schlug gefühlte zehn Schläge schneller als sonst, bei gleicher Belastung.
An der ersten Verpflegung nahm ich dann einen warmen Tee. 500 m später merkte ich, dass ich den nicht wirklich gut vertrage. Aber ich musste ja was trinken. Ich lief weiter und kam eigentlich auch ganz gut voran. Die ersten 10 km habe ich in genau 58 Minuten geschafft. An der nächsten Verpflegung aber wieder das gleiche: Warmer Tee und kurz darauf nette Krämpfe. Zum Glück ist dieses Teilstück noch nicht so anspruchsvoll. Bis zum nächsten Berg hatte sich alles wieder einigermaßen beruhigt und ich konnte ganz gut weiterlaufen. Dann gabs Cola und Tee, und siehe da, es ging damit immer besser. Trotzdem verzichtete ich an der Proseccobar auf die angebotene Kostprobe. Übrigens waren hier an dem Anstieg wieder alle am Gehen. Keine Ahnung warum hier nicht gelaufen wird. Es gibt schließlich weitaus anspruchsvollere Steigungen auf der Strecke.
Jetzt konnte ich also entspannt weiter bis ins Halbmarathonziel laufen, zumal die Strecke bis dahin nur noch abschüssig ist.
Nach 2:02 h hatte ich dann das erste Drittel hinter mich gebracht. Die vorher gesetzten Ziele waren nun endgültig passè. Außerdem bekam ich schon jetzt schwere Beine, was vielleicht auch noch mit dem Rothaasteigmarathon zusammen hing.
Der zweite Abschnitt bis ins Marathonziel hat mir dann heute gar nicht gefallen. Das ganze Teilstück lag mehr oder weniger im Schatten. Entlang der Wupper war mir richtig kalt, obwohl ich in Unterhemd, Langarmshirt und T-Shirt gestartet war. Den schweren Anstieg an der Müngstener Brücke bin ich natürlich gegangen. Die anschließenden Wellen kosten viel Kraft, die mir heute irgendwo gefehlt hat. Ab Kilometer 37 dachte ich dann ernsthaft übers Aufhören nach. Mir tat jetzt alles weh, komischerweise alles, außer dem Bauch. Und die Strecke zieht sich bis ins Marathonziel. Nach Kilometer 40 kommen noch zwei kleine Anstiege. Als ich dann im Freibad ankam lief ich aber natürlich nicht ins Ziel sondern links weiter. Was soll ich mich hier frierend in den Bus setzen und auf die Abfahrt warten. Da bin ich wahrscheinlich auch nicht viel später in Lennep, wenn ich jetzt weiterlaufe.
Aber nun wurde ich immer langsamer. Die Marathonzeit lag noch irgendwo bei netto 4:12 h, aber jeder Ehrgeiz, eine gute Zeit zu laufen war dahin. Also nicht ganz, ich rechnete mir aus, dass ich eigentlich ganz gut unterwegs war und jetzt gut 14 Minuten Vorsprung auf meine Zeit vom letzten Jahr hatte. Persönliche Bestzeit wollte ich schon noch laufen. Doch das wurde mit jedem Kilometer schwerer. Zur Talsperre hoch bin ich die Stufen letztes Jahr auch gegangen, das war nicht das Problem. Doch den zwei Kilometer später folgenden Anstieg habe ich mich heute hochquälen müssen. Wie leicht bin ich da doch letztes Jahr hochgelaufen. Und dann das noch: Oben im Industriegebiet angekommen bot mir jemand Haribos an und meinte: So schwer wie mein Schritt schon sei, bräuchte ich unbedingt welche. Natürlich habe ich dankend abgelehnt. Aber er hatte wohl recht. Dann gings über die Wiese hinter dem Bauernhof. Plötzlich will in der Gruppe vor mir, die mich noch vor kurzem locker überholt hatten, einer aufgeben. Als ich das mitbekam hab ich noch mit einem Hinweis auf das Bier an der nächsten Verpflegung motivieren wollen. Aber wohl umsonst. Das kam für mich jetzt allerdings gar nicht in Frage. Wenn ich aufgehört hätte, dann im Marathonziel. Nun wird das Ding zu Ende geschlurft. Kilometer 50 kam dann nach 5:08. Eigentlich immer noch ganz ok, immer noch 14 Minuten auf letztes Jahr. Wie kann das sein? Doch ich brauch jetzt Energie. Der nächste Verpflegungsstand lässt auf sich warten. Als ich ihn endlich erreiche, stehen die frisch gezapften Kölsch parat. Ohne zu zögern greife ich zu. Herrlich. Noch ne Banane dazu und eine Cola und weiter gehts. Aber der nächste Anstieg ist schwer, kurzzeitig muss ich wieder gehen. Dann steht an einem Baum 55 km. Einen Kilometer später kommt nochmal das Schild 55km. Sowas kann echt frustrieren wenn man schlapp ist. Das gleiche war heute bei km 35, das Schild stand mindestens einen Kilomter zu weit vorne. Wenns läuft, interessiert einen das nicht, aber wenns mal schwer geht...
Irgendwann kam ich dann endlich zur Wuppertalsperre. Nun kann man sich langsam auf sein Finisherbier freuen. Ich laufe weiter, denke an Karlsruhe, wie ich da stupide die letzten 20 Kilomter durch die Nacht gelaufen bin. Mentale Härte hat mich heute ins Ziel gebracht. Den letzten Schweineanstieg zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich gewandert, wohl wissend, dass es zur neuen Bestzeit reichen wird. Gerade noch so jedenfalls. Dann macht mich doch echt noch ein Zuschauer auf dem kurzen folgendem Flachstück an, ich soll den Rest des Hügels gehen. Nur noch 800m, sonst schaffst du das nicht. Ich will ja echt nicht wissen, wie ich ausgesehen haben muss, dass der son Spruch lassen musste.
Natürlich hab ich das geschafft, und aus Trotz bin ich den Rest auch durchgelaufen. Man war ich froh, als ich im Ziel war. Und knapp fünf Minuten besser als im Vorjahr.
16. M 35 von 31, 122. M von 305, Gesamt 134. von 364
Schon zum vierten Mal in Folge war ich nun in Remscheid Lennep, doch so kalt wie heute war es hier noch nie. Raureifbedeckte Wiesen und Nebel sorgten am Start für eine winterliche Stimmung. Ein schönes Bild, als kurz vorm Start die Sonne zeitweilig durch die Wolken brach.
Eigentlich hatte ich mir hier was vorgenommen, aber dem Bauch gings heute gar nicht gut. Was Falsches gegessen oder ein Virus? Wie auch immer, ich wollte auf jeden Fall durchkommen, andere Ziele traten nun ganz klar in den Hintergrund.
Trotzdem ging es recht flott los. Wie immer liefen wir erstmal eine Runde durch Lennep, vorbei am Röntgenmuseum. Doch schon hier am langgezogenen Anstieg merkte ich, dass es heute schwer werden würde. Mein Puls schlug gefühlte zehn Schläge schneller als sonst, bei gleicher Belastung.
An der ersten Verpflegung nahm ich dann einen warmen Tee. 500 m später merkte ich, dass ich den nicht wirklich gut vertrage. Aber ich musste ja was trinken. Ich lief weiter und kam eigentlich auch ganz gut voran. Die ersten 10 km habe ich in genau 58 Minuten geschafft. An der nächsten Verpflegung aber wieder das gleiche: Warmer Tee und kurz darauf nette Krämpfe. Zum Glück ist dieses Teilstück noch nicht so anspruchsvoll. Bis zum nächsten Berg hatte sich alles wieder einigermaßen beruhigt und ich konnte ganz gut weiterlaufen. Dann gabs Cola und Tee, und siehe da, es ging damit immer besser. Trotzdem verzichtete ich an der Proseccobar auf die angebotene Kostprobe. Übrigens waren hier an dem Anstieg wieder alle am Gehen. Keine Ahnung warum hier nicht gelaufen wird. Es gibt schließlich weitaus anspruchsvollere Steigungen auf der Strecke.
Jetzt konnte ich also entspannt weiter bis ins Halbmarathonziel laufen, zumal die Strecke bis dahin nur noch abschüssig ist.
Nach 2:02 h hatte ich dann das erste Drittel hinter mich gebracht. Die vorher gesetzten Ziele waren nun endgültig passè. Außerdem bekam ich schon jetzt schwere Beine, was vielleicht auch noch mit dem Rothaasteigmarathon zusammen hing.
Der zweite Abschnitt bis ins Marathonziel hat mir dann heute gar nicht gefallen. Das ganze Teilstück lag mehr oder weniger im Schatten. Entlang der Wupper war mir richtig kalt, obwohl ich in Unterhemd, Langarmshirt und T-Shirt gestartet war. Den schweren Anstieg an der Müngstener Brücke bin ich natürlich gegangen. Die anschließenden Wellen kosten viel Kraft, die mir heute irgendwo gefehlt hat. Ab Kilometer 37 dachte ich dann ernsthaft übers Aufhören nach. Mir tat jetzt alles weh, komischerweise alles, außer dem Bauch. Und die Strecke zieht sich bis ins Marathonziel. Nach Kilometer 40 kommen noch zwei kleine Anstiege. Als ich dann im Freibad ankam lief ich aber natürlich nicht ins Ziel sondern links weiter. Was soll ich mich hier frierend in den Bus setzen und auf die Abfahrt warten. Da bin ich wahrscheinlich auch nicht viel später in Lennep, wenn ich jetzt weiterlaufe.
Aber nun wurde ich immer langsamer. Die Marathonzeit lag noch irgendwo bei netto 4:12 h, aber jeder Ehrgeiz, eine gute Zeit zu laufen war dahin. Also nicht ganz, ich rechnete mir aus, dass ich eigentlich ganz gut unterwegs war und jetzt gut 14 Minuten Vorsprung auf meine Zeit vom letzten Jahr hatte. Persönliche Bestzeit wollte ich schon noch laufen. Doch das wurde mit jedem Kilometer schwerer. Zur Talsperre hoch bin ich die Stufen letztes Jahr auch gegangen, das war nicht das Problem. Doch den zwei Kilometer später folgenden Anstieg habe ich mich heute hochquälen müssen. Wie leicht bin ich da doch letztes Jahr hochgelaufen. Und dann das noch: Oben im Industriegebiet angekommen bot mir jemand Haribos an und meinte: So schwer wie mein Schritt schon sei, bräuchte ich unbedingt welche. Natürlich habe ich dankend abgelehnt. Aber er hatte wohl recht. Dann gings über die Wiese hinter dem Bauernhof. Plötzlich will in der Gruppe vor mir, die mich noch vor kurzem locker überholt hatten, einer aufgeben. Als ich das mitbekam hab ich noch mit einem Hinweis auf das Bier an der nächsten Verpflegung motivieren wollen. Aber wohl umsonst. Das kam für mich jetzt allerdings gar nicht in Frage. Wenn ich aufgehört hätte, dann im Marathonziel. Nun wird das Ding zu Ende geschlurft. Kilometer 50 kam dann nach 5:08. Eigentlich immer noch ganz ok, immer noch 14 Minuten auf letztes Jahr. Wie kann das sein? Doch ich brauch jetzt Energie. Der nächste Verpflegungsstand lässt auf sich warten. Als ich ihn endlich erreiche, stehen die frisch gezapften Kölsch parat. Ohne zu zögern greife ich zu. Herrlich. Noch ne Banane dazu und eine Cola und weiter gehts. Aber der nächste Anstieg ist schwer, kurzzeitig muss ich wieder gehen. Dann steht an einem Baum 55 km. Einen Kilometer später kommt nochmal das Schild 55km. Sowas kann echt frustrieren wenn man schlapp ist. Das gleiche war heute bei km 35, das Schild stand mindestens einen Kilomter zu weit vorne. Wenns läuft, interessiert einen das nicht, aber wenns mal schwer geht...
Irgendwann kam ich dann endlich zur Wuppertalsperre. Nun kann man sich langsam auf sein Finisherbier freuen. Ich laufe weiter, denke an Karlsruhe, wie ich da stupide die letzten 20 Kilomter durch die Nacht gelaufen bin. Mentale Härte hat mich heute ins Ziel gebracht. Den letzten Schweineanstieg zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich gewandert, wohl wissend, dass es zur neuen Bestzeit reichen wird. Gerade noch so jedenfalls. Dann macht mich doch echt noch ein Zuschauer auf dem kurzen folgendem Flachstück an, ich soll den Rest des Hügels gehen. Nur noch 800m, sonst schaffst du das nicht. Ich will ja echt nicht wissen, wie ich ausgesehen haben muss, dass der son Spruch lassen musste.
Natürlich hab ich das geschafft, und aus Trotz bin ich den Rest auch durchgelaufen. Man war ich froh, als ich im Ziel war. Und knapp fünf Minuten besser als im Vorjahr.
Montag, 31. Oktober 2011
XI. Röntgenlauf 2011

Röntgenlauf, 63,3 k, 6:47:07 = 6,25 Min / Km
17. M 35 von 35, 136. M von 324, Gesamt 145. von 389
Was vor zwei Jahren geplant wurde, habe ich nun in die Tat umgesetzt. Bei meinem ersten Start beim Röntgenlauf 2009 hatte ich mir vorgenommen, 2010 den Marathon und 2011 den Ultra zu laufen. Nun habe ich alle drei Strecken erfolgreich bewältigt.
MarathonmesseVor dem Start hatte ich noch Zweifel: Hält das Knie? Was wird die Achillessehne machen? Deshalb habe ich mir für den Fall der Fälle meinen Rucksack gepackt, denn ich wollte vorsichtshalber trockene Sachen für eine eventuelle Busfahrt dabei haben. Aber die habe ich nicht gebraucht, der Rucksack hat aber auch nicht gestört.
Das Wetter war diesmal optimal. Bedeckt, am Start leicht diesig und ca. 12 Grad. Also kurze Sachen angezogen und: an den Füßen Nike Free 2. Die haben sich bewährt.
Kurz nach dem StartAm Start habe ich mich hinten reingestellt. Immernoch meine ich, man sollte die Marathon- und die Ultraläufer nicht zusammen mit den Halbmarathonis starten lassen.
11 mal Röntgenlauf
Röntgenmuseum, LennepNach der Runde durch Lennep kommt man noch einmal am Start vorbei und läuft dann langsam raus aufs Land. So nach fünf Kilometern hatte ich dann auch Platz um mich herum.

Da die Strecke ja bis zum Marathonziel bekannt war, konnte ich mir den Lauf ganz gut einteilen. Bei knapp über eine Stunde kam ich an der 10 km Marke vorbei. Dieses Tempo konnte ich sehr gut laufen und wollte ich auch halten.

ProseccobarAuf dem ersten Drittel sind die Anstiege noch moderat, nur an der Proseccobar staut es sich und man wird zum Gehen gezwungen. Bis zum Halbmarathonziel geht es insgesamt mehr runter als hoch.
HalbmarathonzielBis zur Halbamarthonmarke verlief das Rennen für mich recht unspektakulär. Ich lief meinen Stiefel und kam nach knapp über 2:10 h auf das zweite Teilstück. Gleich an der ersten Kreuzung nach dem Halbmarathonziel wäre ich fast falsch abgebogen. Aber die Polizistin wies mich eindringlich darauf hin, dass ich nach links abbiegen muss, was ich erst beim zweiten Zurufen kapiert hatte. Ansonsten hatte ich aber keine Probleme den richtig Weg zu finden (weil dieser auch hervorragend markiert ist).
Nun nahm ich mir vor, das Ding zu Ende zu laufen, wenn ich mehr als die Hälfte geschafft habe. Also irgendwo zwischen Km 31,5 und 32 hieß es dann: Der Bus fährt ohne mich. Tatsächlich meldete sich mein Knie dann eindringlich bei Km 31. Da das nur psychisch bedingt sein konnte, nahm ich mir vor, es zu ignorieren, was dann auch geklappt hat.


Das zweite Teilstück ist schon recht anspruchvoll zu laufen. Teilweise sind recht knackige Steigungen zu bewältigen, die von den meisten gegangen werden. Ich konnte aber durchlaufen und musste keine Gehpausen einlegen.
Die nächste bemerkenswerte Szene spielte sich dann ungefähr bei Km 36 ab. Hier muss man durch einen kleinen Bach und dann einen kleinen Hügel hochlaufen. Oben sprang auf enml ein junger Huskie aus dem Wald. Zunächst bellte er nur, doch dann rannte er direkt auf die Läufer zu. Ich dachte schon, er würde dem Einen vor mir gleich in die Waden beissen, so wild war der Hund. Der Besitzer war rund 200m entfernt und stellte sich recht hilflos an. Aber zu diesem Thema habe ich ja schon an anderer Stelle genug geschrieben...
MarathonzielSo kam ich dann langsam Richtung Marathonziel. Mir fiel auf den letzten Kilometern auf, dass man ohne Streckenkenntnisse hier noch ganz schön eingehen kann, denn es zieht sich ganz schön hin und meist ansteigend.
Hinter dem Marathonziel habe ich mich dann etwas länger an der Verpflegung aufgehalten und mal Brot mit Salz probiert. Das mache ich nie wieder.
Dann gings weiter auf das letzte, noch unbekannte Teilstück.
EschbachtalsperreZuerst gings hoch zur ältesten Trinkwassertalsperre. Hier waren auch noch ein paar Treppen zu bewältigen. Überhaupt ging es dann erst einmal ziemlich lange ansteigend weiter durch den Wald. Nach dem Wald kommt ein Industriegebiet, ein weniger schönes Teilstück des Röntgenlaufs. Bis jetzt lief noch alles prima, aber eine gewisse Müdigkeit in den Beinen war natürlich bemerkbar. Doch es "lief" noch.

Irgendwo hinter Km 50 bekamm ich dann nette Begleitung von Stefan, der auf dem Mountainbike die Läufer als Scout betreute. Wir kamen ins Gespräch und so vergingen die nächsten Kilometer wie im Fluge.

Dann wurde mir an der Verpflegung ein Kölsch angeboten. Ich dachte. Was solls? Her damit! Es hatte keine negativen Auswirkungen.
So irgendwo bei Kilometer 55 war mir klar, dass ich das Ding nach Hause laufen würde. Ich kam immer noch gut vorwärts und jetzt sollte es auch nur noch eine größere Steigung geben. Sehr geholfen hat mir aber auch, dass mein Fahrradbegleiter immer wieder zu mir zurück kam und wir uns über was weiß ich alles unterhalten haben.
WuppertalsperreSo kam ich dann zur Wuppertalsperre und dann zum letzten Anstieg. Hier musste ich zwar beißen, aber das gehört ja wohl dazu.
ZieleinlaufUnd dann kam schon das Ziel, ich versuchte noch einen Zielsprint anzudeuten und dann war es geschafft.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf. Die Zeit ist prima, zumal ich mir nur das Ziel "ankommen" gesetzt hatte.
Im Ergebnis stelle ich für mich fest, dass die Vorbereitung wohl gepasst hat. Auch darf man sich beim Ultra nicht nach der Uhr richten, sondern muss das Tempo so wählen,wie es der Körper gerade vorgibt.
Am Tag danach bin ich allerdings wie ein alter Mann zum Bäcker gegangen. Ich hätte am liebsten einen Rollator benutzt...
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